Was du über Atemanhalten wissen musst

Du hältst den Atem an.

Zuerst ist alles entspannt.

Und dann, irgendwann, taucht dieser immer stärker werdende Impuls auf:

Ich MUSS atmen.

Doch was genau passiert eigentlich in deinem Körper zwischen diesen beiden Momenten?

Die Antwort ist faszinierend und zeigt, wie fein unser Atem mit Gehirn, Nervensystem und unserer gesamten Physiologie verbunden ist.

In den ersten Sekunden des Atemanhaltens passiert erst einmal wenig:

Was passiert im Körper, wenn du die Luft anhältst?

1. Deine Lungen haben weiterhin Luft und Sauerstoff wandert aus den Alveolen ins Blut.
2. Gleichzeitig nutzen deine Muskeln, dein Gehirn und deine Organe diesen Sauerstoff weiter zur Energiegewinnung.
3. Der Sauerstoffgehalt im Blut beginnt dadurch langsam zu sinken.
4. Deine Zellen produzieren weiterhin Kohlendioxid – CO₂.

Normalerweise würdest du dieses CO₂ mit jedem Atemzug ausatmen.

Wenn du den Atem anhältst, sammelt es sich zunehmend im Blut an und verändert unter anderem den pH-Wert.

Der immer stärker werdende Drang zu atmen entsteht zunächst vor allem durch den Anstieg von CO₂ und weniger dadurch, dass deinem Körper plötzlich der Sauerstoff ausgeht.

Spezialisierte Chemorezeptoren registrieren diese Veränderungen und informieren dein Gehirn: Zeit zu atmen.

Je länger du wartest und deinen Atem anhältst, desto lauter wird dieses Signal.

Irgendwann bemerkst du vielleicht sogar kleine unwillkürliche Kontraktionen deines Zwerchfells. Dein Körper versucht dabei aktiv, die Atmung wieder in Gang zu bringen.

Was sich subjektiv wie „Ich bekomme keine Luft mehr“ anfühlt, erzählt uns sehr viel darüber, wie unser Gehirn körperliche Veränderungen wahrnimmt und bewertet.

Und genau deshalb arbeiten wir in der funktionellen Atemarbeit unter anderem mit kontrollierten Atempausen. Regelmäßig und sinnvoll eingesetzt können solche Übungen beispielsweise dabei helfen:

- die Wahrnehmung für den eigenen Atem zu verfeinern

- den Umgang mit erhöhtem CO₂ zu trainieren

- die Atemkontrolle zu verbessern

Für uns ist dabei ein Punkt besonders wichtig:

Warum fühlen sich Atempausen für Menschen unterschiedlich an?

Eine Atemübung ist nie einfach nur eine Technik.

Der gleiche Atemreiz - hier z.B. das Halten des Atems von 10 Sekunden nach dem Ausatem - kann von zwei Menschen vollkommen unterschiedlich erlebt werden.

Was für eine Person angenehm aktivierend und gut tolerierbar ist, kann für eine andere Person bereits zu intensiv sein.

Deshalb interessiert uns bei Intesoma immer beides:

Was passiert physiologisch im Körper?

Und wie erlebt das individuelle Nervensystem genau diesen Reiz?

Gute Atemarbeit beginnt für uns genau an dieser Schnittstelle.

Je besser du verstehst, was Sauerstoff, CO₂, Chemorezeptoren, Atemmechanik und Nervensystem während einer Übung tatsächlich machen, desto gezielter kannst du Atemtechniken einsetzen – bei dir selbst und in der Begleitung anderer Menschen.


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Atmen wir alle falsch? Warum mehr Atmen nicht immer besser ist

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Was deine CO₂-Toleranz wirklich verbessert